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Hannibal

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Starbyte
1993
Genre:
Strategie
Thema:
Krieg / Piraten / Historisch / Geschäftswelt
Sprache:
Deutsch, English
Lizenz:
Kommerziell
System:
Amiga (OCS/ECS)
Aufrufe:
25652

Wertung [?]

Mr Creosote:
4/6
Gesamt:
4/6
Allgemeine Abstimmung:
6/6
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Lokale Tests

Mr Creosote (02.05.2004) [verstecken]

Avatar Ein deutsches Strategiespiel mit vernünftiger Grafik und einfacher Bedienung? Das wäre ja mal was ganz Neues! Ok, natürlich gibt es schon Ausnahmen. Man denke nur an Battle Isle oder Die Siedler. Diese Spielbarkeitsstufe erreicht Hannibal wiederum auch nicht. Aber immerhin…

Thema ist natürlich der „2. Punische Krieg“, der wohl eines jeden Schulzeit versüßt hat. Durch Einsparung sämtlicher theoretisch denkbarer Einstellmöglichkeiten gelangt man sofort ins Spiel: Als Oberbefehlshaber der karthagischen Streitkräfte muss man den besagten Krieg für sich entscheiden, indem man Rom erobert.

Dies geschieht (natürlich) weitestgehend durch das Hin- und Herziehen von Armeesymbolen auf einer Karte des Mittelmeerraumes. Rom erstreckt sich zu der Zeit gerade über Italien, Sardinien und Korsika sind Kolonien, und auf Sizilien haben die Römer auch schon etwas Fuß gefasst. Karthagos Kernland befindet sich im heutigen Tunesien, als Kolonialmacht ist es vor allem in Spanien aktiv (zu aktiv, was den Krieg auslöste…).

Da das reine Bewegen von Armeen etwas wenig gewesen wäre, bietet Hannibal einen rudimentären Wirtschaftsteil. Budgets können verteilt und Steuern erhoben werden. In den Städten, durch die man zieht, kann der Armeeetat dann für neue Söldner, Pferde, Elefanten, Schiffe und Verpflegung verpulvert werden.

Städte unterscheiden sich in sieben Kategorien: karthagische, kartagische Kolonien, Freunde Karthagos, neutrale, Freunde Roms, römische Kolonien und römisches Kernland. Alle nicht zum eigenen Reich gehörenden können per Belagerung jenem einverleibt werden - sofern die Stadtmauern nicht standhalten. Durch diplomatische Verhandlungen gewinnt man dagegen ganz friedlich Freunde, die einen dann unter Umständen freiwillig mit frischen Soldaten ausstatten.

Natürlich gehören die Städt auch jeweils Staaten an. Greift man eine Stadt an, schlägt die Sympathie des gesamten Landes sich natürlich auf Feindesseite. Wer also planlos durch die Gegend erobert hilft eher dem Gegner als sich selbst.

Epische Schlachten zwischen Armeen kommen natürlich auch vor. Hier können diverse im Handbuch erläuterte Taktiken gewählt werden, allerdings ist der Einfluss der Wahl auf den Verlauf äußerst fraglich (d.h. nicht nachweisbar). In jedem Fall laufen diese Schlachten vollautomatisch, außer vorzeitiger Flucht hat man keine Einflussmöglichkeit.

Obwohl Hannibal anfangs sehr motivierend ist, krankt es an ein paar Beschränkungen. Schnell wird das Abklappern der Märkte nach neuen Söldnern zur Routine. Die Wirtschafts- und Steuerverwaltung ist größtenteils „pseudo“, da man sie genausogut nicht anrühren kann, und man trotzdem schnell mehr Geld hat, als man jemals ausgeben kann. Die unverständliche Beschränkung auf zehn Armeen verkleinert die Bewegungsfreiheit. Und nicht zu unterschätzen: Es gibt wirklich nur einziges Szenario! Weder kann man zu verschiedenen Zeitpunkten in den historischen Verlauf einsteigen, noch Roms Perspektive übernehmen. Auch muss man grundsätzlich mit dem recht planlosen Computergegner vorliebnehmen. Wie so oft fehlt die Abwechslung, und spätestens nach einer erfolgreichen Partie gibt es keinen Grund, das Spiel nochmals anzurühren.

Bis dahin wird der Strategieliebhaber aber gut unterhalten, und da vor allem die deutschen Fans ja nicht gerade verwöhnt sind, ist man damit doch schon mehr als zufrieden…

P.S. Der am Ende des Spiels angekündigte zweite Teil (mit Schwerpunkt auf Politikmanagement) ist nie erschienen.

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