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Wing Nuts: Battle in the Sky

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Rocket Science Games / Stargate Entertainment
1997
Genre:
Action
Thema:
Fliegen / Historisch / Humor / Krieg
Sprache:
English
Lizenz:
Kommerziell
System:
PC (DOS)
Aufrufe:
2374

Wertung [?]

Herr M.:
2/6
Gesamt:
2/6
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Herr M. (05.07.2014) [verstecken]

Avatar Das wohl beliebteste Thema für Computerspiele, die sich um den ersten Weltkrieg drehen, dürfte wohl der gute alte Luftkampf sein, also Duelle in Kampffliegern der ersten Stunde, wie sie sich solch berühmte Asse wie Manfred von Richthofen (alias der Rote Baron) lieferten. Jene noblen Ritter der Lüfte umgibt eine gewisse Romantik, vor allem was ihre Ritterlichkeit und ihre Heldentaten anbelangt, die sich geradezu hervorragend für Spiele mit einfacher Moral und einer vereinfachten Darstellung des Krieges eigenen. Kein Senfgas, keine Maschinengewehre, kein Ersaufen im Schützengraben: Nur man selbst, die fliegende Kiste und ein paar Gegner. Die „Kämpfe“ sind meist recht unkompliziert und es steht auch nicht allzu viel auf dem Spiel. Manchmal versuchen Missionsbeschreibungen das ganze ein wenig aufzubauschen, obwohl die Aeronautik in Wirklichkeit keine dermaßen große Rolle gespielt hat, wie es in den meisten dieser Computerspiele dargestellt wird. Das Spiel, das wir jetzt gleich besprechen werden, kann man nun entweder als ein Musterbeispiel dieser Verharmlosungen oder als die perfekte Dekonstruktion der Verherrlichungen ansehen. Es kommt nur darauf an, wie ernst man das ganze nehmen will.

Wing Nuts ist ein klassischer auf Schienen verlaufender Shooter, der rund um die Jahrtausendwende herauskam, als Filmzwischensequenzen, lose verbunden durch mittelprächtige Action- oder Puzzleeinlagen, noch en-vogue waren. Man könnte es wohl mit Star Wars: Rebel Assault vergleichen, wobei es allerdings nur eine Art von Level bietet und in einer Galaxie angesiedelt ist, die nicht gar so fern von der unseren liegt – was Realismus oder gar Geschichtsbewusstsein anbelangt allerdings immer noch fern genug um ins Reich der Fantasie verwiesen zu werden. Die Handlung des Spiels beginnt irgendwo an der Westfront während des ersten Weltkriegs, und man schlüpft in die Rolle eines jungen amerikanischen Piloten der gegen einen unheimlich klischeehaften Roten Baron und dessen ziemlich zahnlose Jagdstaffel antritt. Besagter Aristokrat erdreistet sich mit seinem Geschwader just dann anzugreifen, als man diesem hübschen französischen Mädel (mit dem weniger hübsch nachgemachten Akzent) ein wenig näher kommt. Doch kein Grund zur Panik: Der treue italienische Freund (samt ameritalischen Kauderwelsch) ist schon unterwegs, um einem gerade noch rechtzeitig zum Flugfeld zurück zu bringen wo man von einem Offizier, der nur allzu gerne britisch wäre, den Befehl zum sofortigen Start erhält.

Wenn man dieses wüste Ansammlung aus üblen Klischees und skurrilen Stereotypen erst mal verdaut hat, steckt man schon mitten drin in der Action, direkt im Kern des Spiels: Ein deutsches Flugzeug torkelt am Bildschirm auf und ab, dazu hat man sein Fadenkreuz, zwei Gesundheitsbalken (wie immer einer für das eigene und einer für das gegnerische Vehikel) und eine Skala, an der man die Temperatur der Gewehrläufe ablesen kann. Selbst wenn man diesen Aufbau niemals zuvor gesehen haben sollte, dürfte ziemlich offensichtlich sein, wie man die nächste Stunde seines Lebens zu tun hat (d.h. wenn man wirklich gewillt es durchzuziehen). Einfach die träge Zielvorrichtung zum feindlichen Flugzeug bewegen und feuern was das Zeug hält. Es gibt nur zwei Dinge, auf die man ein wenig achten muss: Die Gewehrtemperatur darf nicht zu hoch werden, also sollte man ständiges Dauerfeuer vermeiden, und man sollte versuchen die Boni einzusammeln, die einem Spezialkräfte verleihen wie Schnellfeuern, Zusatzleben und rasante Abkühlung der Läufe. Sollte man es nicht schaffen seinen Gegner innerhalb einer bestimmten Zeitdauer vom Himmel zu fegen, bewegt er sich hinter einem und man darf ihm nun auszuweichen versuchen, indem man sich so schnell wie möglich weg dreht – vorzugsweise in die richtige Richtung. Sobald sich einer der beiden Gesundheitsbalken geleert hat, wird man mit einem kurzen Video belohnt/bestraft, in dem ein Flieger abstürzt und einfach ein neuer auftaucht. Und dann beginnt das selbe wieder von vorne… und von vorne… und von vorne… Einzige Ausnahme zu dieser endlosen Routine sind gelegentliche Angriffe auf größere Ziele, wie eine Brücke, ein Ballon und ein Zeppelin.

Obwohl das nun nicht sonderlich originell ist, wäre die Umsetzung noch halbwegs in Ordnung, wenn da nicht diese Filmchen zwischen den Kämpfen wären, die die Flugzeuge beim manövrieren und/oder abstürzen zeigen. Die drei oder vier davon, die es gibt, nutzen sich nicht nur unheimlich schnell ab, sie dauern auch viel zu lange. Gerade noch ist man in der Hitze des Gefechts und schon im nächsten Moment bewegt sich der Feind aus dem Sichtfeld, so dass man schon wieder den Fluggeräten mehrere Sekunden dabei zuschauen darf, wie sie rauf und runter fliegen, gefolgt vom sich umsehenden Piloten. Gut die Hälfte der Zeit, die man mit seinen Luftschlachten verbringt, geht dabei für diese Intermezzi drauf. Und die bereits erwähnten größeren Angriffsziele machen die Sache noch schlimmer, denn sollte man sie nicht schon beim ersten Versuch ausschalten, darf man sich noch mit ein paar zusätzlichen Doppeldeckern rumärgern. Die einzige Hoffnung, die man hat, sind die Bomben, welche ihre Ziele schon mit einem einzigen Treffer so gut wie sicher ausschalten. Für deren Einsatz hat man aber ein grausam kurzes Zeitfenster in dem man eine lächerlich winzige Zielfläche erwischen muss. Man kann sich also so gut wie sicher sein, dass man mehrere Anläufe dafür brauchen wird, und damit noch mehr Zeit mit dem Ansehen von Wiederholungen des immer gleichen Programms verbringt.

Doch so unglaublich es auch klingen mag, es könnte einen nachvollziehbaren Grund für diese Routine geben. Zumindest kann man fast verstehen, warum die Entwickler dieses Spiels so sehr auf diese Szenen gesetzte haben: Jene sind nämlich von ungewöhnlich hoher Qualität. Die Flugzeuge sehen authentisch aus, die Uniformen sind nicht nur ein paar Fetzen, sondern sehen aus wie echt, und was die Bruchlandungen anbelangt, so habe ich mich zu Beginn echt gewundert, wie sie es wagen konnten, die Flugzeuge in die Luft zu jagen (beim genaueren Hinsehen stellte sich dann aber heraus, dass es doch – sehr detaillierte – Modelle sein dürften). Und das zu einer Zeit, als in den meisten Flugsimulatoren Doppeldecker noch aus Milchpackungen mit draufgepickten Hoheitszeichen bestanden. Wenn die Filme nicht so verpixelt wären, könnten sie durchaus noch mit heutigen Standards mithalten.

Das selbe kann man aber kaum von den schauspielerischen Leistungen behaupten. Wie bereits erwähnt versuchen die Darsteller beim Imitieren diverser Akzente ihr bestes zu geben, was aber selbst für Nicht-Muttersprachler äußerst gekünstelt klingt. Was die Schauspielerei an sich anbelangt, so könnte man wohl sagen, dass sie sich auf dem gleichen Niveau wie die Handlung bewegt, d.h. sie sind beide ziemlich schrottig. Sollten da auch nur irgendwelche Zweifel aufkommen, so braucht man sich nur mal den Roten Baron genauer anzusehen, bei den man nicht mal versucht hat, ihn auch nur Ansatzweise an der historischen Persönlichkeit anzulehnen, sondern sich lieber auf das Klischee des deutschen Oberbösewichts verlassen hat: Ein fetter alter Mann, in Orden verhangener Paradeuniform, der dauernd „Schwein“ schreit und auch gerne mal seinen Schnurrbart zwirbelt. Wenn man jedoch eine Vorliebe für solche Schund-Filmchen oder überdramatische Schauspielkunst haben sollte, ist das reines Gold. Und da man eindeutig erkennen kann, dass das ganze als Parodie gemeint ist, von der wohl nie erwartet wurde, dass man sie ernst nehmen soll, könnte man den Kurzfilm, den einem das Spiel vorführt, durchaus als Erfolg bezeichnen. Gesetzt dem Fall man sieht das ganze eher als eine Verballhornung der ach so erhabenen Ritterlichkeit der Flugasse oder der etwas trockenen Flugsimulatoren in denen sie nur allzu gerne auftauchen.

Wer will kann noch einen Schritt weiter gehen und einen Spezialmodus aktivieren, für den die Entwickler die Videos mit ein paar schrägen Albernheiten neu synchronisiert haben. Der Ruf zu den Waffen wird da zu einer schief gegangenen Postlieferung, die Piloten wollen eigentlich nur nach explosiven Dreck graben und wenn man bei einer Mission versagt hat, dann nur weil man vergessen hat die Sachen auf der Einkaufsliste zu besorgen. Das klingt vielleicht ein wenig bescheuert, aber es ist eigentlich ziemlich kreativ und zeugt von einer gesunden Portion Selbstironie.

Unterm Strich ist Wing Nuts wohl ein ziemlich ödes Spiel, aber die Geschichte und deren Originalität machen die furchtbare Spielmechanik beinahe wieder wett. Da es zudem nicht sonderlich lang ist, verschwendet man so oder so nicht allzu viel Zeit damit. Ich würde empfehlen zumindest einen Blick auf ein Longplay-Video zu werfen, wo man die mühsamen Kampf-Einlagen überspringen kann, und sich einfach von der herrlich schundigen Handlung unterhalten lassen kann.

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Longplay of both versions plus some Extras

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